1806 hat Johannes Rufibach vom Wirt Fahner den Bären in Guttannen übernommen.
Fahner war der Mann, der 1799 als Führer französische Chasseure als Umgehungskolonne über Nägelis Grätli auf die Grimsel geführt hat. Mit dieser Kriegslist hat er Weltgeschichte mitgeschrieben.
Die sechs Wirte der Familie Rufibach haben das nicht geschafft. Seit 200 Jahren bieten sie mit ihren Frauen im jungen Aaretal Gastfreundschaft an. Im steten Wandel von Zeit und Umfeld hat sich durch das Schaffen der Wirtsleute und der Mitarbeiter der Bären stets der Zeit angepasst.
Erste Generation mit Johannes und Anna Rufibach- Zwald: In der Napoleonzeit hat Johannes Rufibach 1806 den Bären vom Wirt Fahner gekauft. 1810 hat er Anna Zwald aus Hasliberg Goldern geheiratet. Der Bären war ein für die damalige Zeit typischer landwirtschaftlicher Betrieb mit Schankrecht für Wein und Schnaps.
Zweite Generation Bendicht und Anna Rufibach- Nägli: Nach dem Tod von Johannes hat Bendicht 1848 den Bären übernommen. 1856 heiratete Bendicht Anna Nägeli aus dem Ägerstein. In die lange Wirkungszeit ist der Untergang der Säumerei gefallen. Durch den Bau der ersten Grimselstrasse ab Guttannen von 1891 bis 1894 wurde mit mit einem unerschütterlichen Zukunftsglauben eine neue Zeit eingeläutet. Der aufkommende Tourismus hat Umstellungen für die Wirtsleute die Mitarbeiter und für den Betrieb erfordert.
Dritte Generation Bendicht und Henriette Rufibach- Stalder: 1908 übernahmen Bendicht und Jettli den Bären. Der 1. Weltkrieg wurde mit dem Ausbleiben der Gäste zu einer harten Bewährungsprobe für die Wirtsleute. Der Einbau des ersten elektrischen Litchtes, der Ersatz praktisch aller Haus- und Scheunendächer und das Durchhalten in den schweren Jahren bis zum Bau der Kraftwerke hat den Beiden viel Kraft abverlangt.
Vierte Generation Paul und Margaretha Rufibach- Schläppi: In vierter Generation durften Paul und Greti den Bären während der Bauzeit der Kraftwerke führen. Trotz der schweren Zeit während dem zweiten Weltkrieg haben sie den Bären umsichtig geführt, ausgebaut und sich auf die Veränderungen eingestellt. Der Bärensaal, das fliessende Wasser in den Hotelzimmern und viele weitere kleinere und grössere Modernisierungen wurden verwirklicht.
Fünfte Generation Hans und Anna Rufibach- Schläppi: Hans und Änni haben 1964 den Bären übernommen. Der Wandel der Zeit und die steigenden Anforderungen im Gastgewerbe und in der Landwirtsschaft haben 1975 zur Aufgabe der Landwirtschaft geführt. Der Weiterausbau der Kraftwerke mit Handeck drei und Grimsel Ost, der Bau der Transitgasleitung und der Ausbau der Grimselstrasse haben es erlaubt den Bären weiter zu modernisieren. Die Zentralheizung, das Terrassensäli, die Zimmer mit Dusche und WC sowie die Hotelküche sind Beispiele dazu. Trotz der regen Bautätikeiten haben es Änni und Hans verstanden die Stammgäste zu pflegen und sich mit der Bernerplatte landesweit einen Namen zu schaffen.
Sechste Generation Peter und Liselotte Rufibach-Thommen: Seit 1988 führen wir den Bären. Der Bau des Lawinenleitdamm Wachtlamm, der Sturm Vivian, der Bau der ARA, der Abzug der Armee aus Orten ohne Bundeseigene Unterkünfte, der Ausbau der Transitgasleitung, der Lawinenwinter 1999, der Felssturz am Chapf, die neue Ortsdurchfahrt und das Unwetter vom 22. August 2005 sind nur einige Punkte die das Wirken der Bärenfamilie direkt beieinflusst haben.
Das Rad der Zeit schein sich immer schneller zu drehen. Neben den Anpassungen der Betriebsabläufe auf die aktuelle Situation hat sich die elektronische Datenverarbeitung bis und mit der eigenen Website Einzug gehalten. Der Anschluss an die ARA, die Verbesserung und die Erneuerung von Wärmeerzeugung und Kühlung mit Wärmerückgewinnung, der Einbau der Wirtewohnung und die Pflege und der Unterhalt der Liegenschaft werden laufend nach den Möglichkeiten der Wirtschaftlage weitergeführt. Teure Auflagen für Wasser und Luft haben zur Aufgabe der Tankstelle geführt. Die daraus entstandene Gartenwirtschaft hat eine lange bestehende Nachfragelücke schliessen können. Der Tatarenhut hat sich zu einem beliebten Essvergnügen entwickelt. Die in den neunziger Jahren erfolgte Liberalisierung des Gastwirtschaftsgesetztes, die erweiterten Hygienegesetze zum Schutz der Konsumenten und die strengeren Gesundheits- und Sicherheitsbestimmung zum Schutz der Gäste und der Mitarbeiter schliessen den Kreis zur ständigen Herausforderungen an den interssanten Beruf als Gastgeber im Bären in Guttannen. Gelebte Gastfreundschaft in sechster Generation und täglich aufs Neue.
Rahel und Matthias: Rahel hat ein Praktikum im Gesundheitswesen im schönen Entlebuch begonnen. Die Weiterbildung wird Sie im Herbst abschliessen.
Matthias hat im Juli 2009 seine Kochlehre abgeschlossen. Seit Oktober 2009 leistet er Militärdienst. Zur Zeit dient er den Fourier ab.
Peter Rufibach, Bärenwirt in sechster Generation seit 1806.